Die Geschichte der cantori contenti

Die cantori contenti – es soll hier nicht verschwiegen werden – stammen aus bescheidenen Verhältnissen. Ihr erster Auftritt fand 1982 an einem Familienfest statt: Fünf Jugendliche singen für das Hochzeitspaar und seine Gäste. Als nächstes Ziel nahmen sie sich das Zuger Chröpfelimeh-Singen vor: mehr Paare, mehr Gäste, mehr Lieder. So bestand das erste Repertoire aus zwanzig Madrigalen und Volksliedern, das Notenmaterial war zum Teil geborgt vom Baarer Vokalensemble (danke!). Die Probenleitung lag in den Händen aller und aufgetreten wurde unter dem Namen «le cipolline» (der anlässlich eines Raclette-Essens kreiert wurde im Hinblick auf die Anmeldung bei der Chröpfelimeh-Administration).

Mit Armin Kneubühler fand sich 1984 ein Leiter, der aus der Singgruppe einen Chor formte (danke!). Probengestaltung und Programmplanung profitierten von seiner Erfahrung. Auch der neue Name «cantori contenti» stand nun für mehr Seriosität. Höhepunkte dieser Phase waren ein Auftritt mit der Camerata Zug sowie ein Gemeinschaftskonzert mit den Chören der LehrerInnenseminare St. Michael, Zug, und Heiligkreuz, Cham.

1986 beschloss Armin Kneubühler, sich auf seine Lehrtätigkeit und die Leitung des Kinderchors der Stadt Zug zu konzentrieren. Den cantori contenti drohte das Ende. Doch fest entschlossen, die so vielversprechend herangewachsene Sache nicht aufzugeben, übernahmen zur Not wieder Leute aus den eigenen Reihen die Leitung der nur mehr sporadischen Chorproben, bis bald darauf Sales Kleeb, damals Leiter der Musikschule der Stadt Zug, uns David Schneider wärmstens als möglichen Dirigenten empfahl (danke!). Der Kontakt war schnell hergestellt, das Engagement per Handschlag besiegelt. Mit Begeisterung und Freude nahmen wir eine neue Etappe in Angriff.

David Schneider hat unseren Chor geformt und geprägt – als Musiker und als Mensch. Sein Streben nach Qualität und Authentizität in der Interpretation, seine Liebe zur Musik und seine Offenheit gegenüber Menschen haben das cantori-Leben in den letzten 17 Jahren bereichert (danke!). Die cantori contenti sind in dieser Zeit zu einem Kammerchor von rund 35 Sängerinnen und Sängern gewachsen. Der Kontakt zwischen den Chormitgliedern, die «soziale Komponente», war uns immer besonders wichtig: Es gab Skilager, Probenwochen – auch im Ausland –, Konzertreisen in der Schweiz, ins Elsass und nach Israel wie auch unzählige Feste daheim. So sind über das gemeinsame Singen auch viele Freundschaften fürs Leben entstanden.

Vor allem vier Themen haben die vergangenen 20 Jahre in musikalischer Hinsicht geprägt:

 

Die Liebe zur zeitgenössischen Musik

Die cantori haben immer wieder Werke von Komponistinnen und Komponisten des 20. Jahrhunderts zur Aufführung gebracht (Leonard Bernstein, Benjamin Britten, Aron Copland, Hugo Distler, Maurice Duruflé, Tera de Marez Oyens, Kurt Nystedt, Francis Poulenc, Paul Sarbach), darunter Schweizer Erstaufführungen (Mordechai Seter, David Fanshaw) und auch viele Uraufführungen, die meisten als Auftragskompositionen (Mani Planzer 1985, Hubert Podstransky 1993 und 2000, Violeta Dinescu 1994, Will Eisenmann postum 1996, Hans Hassler 1998).

 

Die Liebe zum Barock

Für einen Kammerchor wie die cantori contenti eignen sich barocke Stücke hervorragend. David Schneiders Erfahrung mit barocker Interpretation und die Zusammenarbeit mit dem auf Originalinstrumenten musizierenden Münchner Orchester L'arpa festante liessen die Aufführungen der Oratorien «Alexanders’s Feast» und «Messiah» von Georg Friedrich Händel zu musikalischen Leckerbissen erster Güte werden.

 

Die Liebe zur Vielseitigkeit

Die cantori contenti konnten in zahlreichen Konzerten immer wieder ihre musikalische Breite und Flexibilität unter Beweis stellen. Von Volksliedern und Madrigalen über Jazz-Standards, Pop-Songs bis zum Samba hat der Chor eine aussergewöhnliche Stilvielfalt gepflegt.

 

Die Liebe zur Tradition

Seit 20 Jahren gehört dem Chröpfelimeh-Brauch jährlich ein sicherer Platz in der Agenda unseres Chores. Und so möchten wir es auch weiterhin halten. Wir staunen selber, wenn wir sehen, was aus dem kleinen Auftritt an jenem Familienfest geworden ist, und sind dankbar für das, was bis heute ungebrochen blieb und was uns verbindet: die Lust an der Musik, die Freude am Neuen und der Ehrgeiz, das Beste zu geben.

 

Christof Buri und Sabina Neumayer (Juni 2003)